22.04.05

Max und Moritz Reloaded

Wie wuerde ein Film aussehen wenn Quentin Tarantino in der Zeit des Schlager-Kinofilms deutsche Geschichte studiert haette, und 15 Jahre nach der Wiedervereinigung einen pedagogischen Lehrfilm drehen wuerde.
Die Antwort laeuft zur Zeit in den Kinos an.
"Max und Moritz realoded" ist nicht das, was man von einer deutschen Komoedie erwartet.

Irgendetwas zwischen Punk, den Unterschieden zwischen West-Klischees und Ost-Klischees, melakonischen Singsang, Sozialkritik und vorpubataeren Gewalt und Sex-Phantasien. Zeitweise aufkommenene Vergangenheitsverklaertheit wird jedoch schnell genug abgestreift "Warum wart ihr im Osten eigentlich so bloed?"
Politische Unkorrektheit wird hierbei grossgeschrieben.
Der Schlussatz "Ergiebt diese Scheisse irgendeinen Sinn fuer Dich" trifft den Nagel auf den Kopf.

Wer einmal die Polizei in Hollywoodschaukeln auf einer Landstrasse einen Ferrari stoppen sehen moechte, alte DDR-Schlager aus dem Munde des Prinzen-Saengers (einer der Schauspieler) hoeren moechte oder einfach Schiesserreien vor der Szenerie naturbelassener Tueringer Heidelandschaft oder alten Braunkohleabbaugebieten sehen moechte und dabei stets bewundern moechte wie die Filmcrew mit ihren kleinen Geldmitteln sich ueberhaupt das Filmmaterial leisten konnte - der ist in diesem Film richtig.

Die Handlung:
Die beiden vorpubataeren Jungs Max und Moritz werden nach einer Spritztour in einen geklauten Auto mit den Toechtern irgendeines Senatsmitgliedes von der Stadt Hamburg zur Besserung nach Thueringen geschickt. "Hauptsache weg" sagen sich die Stadt und die Kneipenschlampen-Mutter.
Sorge hat lediglich die Frau von der staatlichen Erziehungshilfe. In Thueringen landen die beiden in einen alten Militaercamp, welches von zwei in Erinnerungen schwelgenden schwulen NVA Soldaten bewohnt wird. Nach einigen Umerziehungsversuchen versuchen Max und Moritz sich dann doch als Kommunisten und Enteignen kurzerhand das NVA-Paerchen.
(Ab hier Spoiler !)
Als sie wenig spaeter das Auto eines faschistischen Dorf-Puffbetreiber enteignen, jedoch ein wenig spaeter geschnappt werden, werden sie von dem Puff-Betreiber eine Weile lang gefoltert, wovon die hamburger Sozialtante der staatlichen Erziehungshilfe Wind bekommt und mit der Mutter zur Hilfe eilen moechte.
Nachdem unter den Beteiligen einige maerkwuerdige Sexpartner-Kombinationen durchprobiert worden sind, erschiessen Max und Moritz den Dorf-Puffbetreiber in einer Racheaktion, werden aber wenig spaeter selber von zufaellig vorbeifahrenen Bayern aus ihrem Wohnmobil erschossen.
2 Jahre spaeter betreiben die Mutter, die Sozialtante mit ihren neuen Nachwuchs (Max II und Moritz II) und das NVA-Paerchen ein sozialisisches Bootcamp.
Ende gut alles gut.

Darsteller:
Kai Müller, Willi Gerk, Katy Karrenbauer, Franziska Petri, Sebastian Krumbiegel, Toni Krahl, Ben Becker, Karen Böhne, Armin Dillenberger, Antonia Cäcilia Holfelder, Harry Baer, Tini Howarth, Steffen Jürgens, Stefan Lampadius, Roxanne Borski, Anna Hausburg, Marc Bischoff, Pit Bukowski, Anton Lewit, Numan Acar, Michael Ginsburg, Olaf Lippke, Turgay Manduz, Vera Müller, Hakan Orbeyi, Jochen Röder, Ruwen Schneider, Eckhard Theophil

Buch:
Thomas Frydetzki, Laurens Straub, Eckhard Theophil

Produzenten:
Clementina Hegewisch, Rainer Kölmel, Laurens Straub

Dieses war der erste Streich.

Posted by iscs at 02:18 | Comments (127) | TrackBack