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28.02.05

Bekanntes Bonner Blog entsendet Venus-Korrespondent

ich schau mal grade auf spiegel.de
- schon so spaet? wieder ein jahr um?

Man kann die Uhr danach stellen. Einmal im Jahr verkuendet irgendeine Nation dass sie
- Eine Mondbasis bauen wird.
- Zum Mars fliegen wird.
- Ein Hotel im Weltraum bauen wird.

Heute: Japan.

Ohne mir die Muehe zu machen die Quellen genauer nachzuverfolgen zittiere ich aus www.spiegel.de:
"Unterdessen scheint man bei der Jaxa (Japanisches Weltraumprogramm Anm. des Bloggers) große Pläne für die Zukunft zu schmieden. Die japanische Tageszeitung "Mainichi Shimbun" berichtet vom ersten Entwurf eines Langzeitplans für das Weltraumprogramm. Nach den Informationen des Blattes enthält das Papier sowohl Pläne für die Entwicklung eines eigenen Space Shuttles als auch für den Bau einer Forschungsstation auf dem Mond. Beide Ziele seien für das Jahr 2025 anvisiert."

USA 04.September 2004 Pressemitteilung:
Auflasbares Weltraumhotel bis 2020

USA 13.Juli 2004 Pressemitteilung:
Die USA wollen bis 2015 Menschen zum Mond schicken. Man hat wohl auch schon ein paar Ideen. Danach MUESSTE MAN MAL (TM) zum Mars.

Europa 23.Dez 2003 Pressemitteilung:
Europa will Menschen zum Mars schicken bis 2030 (Aurora-Programm)

Koeln 26.Maerz.2002 Pressemitteilung:
Die Koelner DLR plant ein Weltraumhotel

Japan 19.Juli.2002 Pressemitteilung:
Der Konzern Shimizu wird bis 2017 ein Weltraumhotel bauen.

Russland 8.September 2001 Pressemitteilung:
Rusland baut Weltraumhotel bis 2004

USA 16.Maerz 1999 Pressemitteilung:
Die Firma Space Islands baut in 6 Jahren ein Hotel im All

Europa April 1998 Planungsphase:
Europa landet Roboter auf dem Mond im Jahr 2000 (Projekt Euromoon 2000)

Russsland 23.September 1998 Expertenmeinung:
Menschen bis 2015 auf dem Mars

USA 10.Maerz 1999 Expertenmeinung:
Marsfabriken geplant

USA 15.Oktober 1997 Pressemitteilung:
Die NASA baut bis 2012 ein Weltraumhotel

und so weiter und so weiter.

Ich erinner mich an schwarz-weiss-Trickfilme aus Dokementationen aus den 60ern, Modelanimationen aus den 70ern, Gitterlinien-Computermodelle aus den 80ern und gerenderte Computergrafiken aus den 90ern die detailliert erklaeren wie Weltraumhotels, Mondhotels, Marslandungen durch die Jpaner, Amerikaner, Russen, Chinesen und Europaer realisiert werden.

Es wird Zeit fuer eine Meldung aus den 00ern:

Blogger auf der Venus.
Das bekannte Blog "iscs will nicht bloggen" gab heute bekannt, dass es zur Karnevalssession 2008 einen Korrespondenten auf die Venus entsenden wird, um ueber das dortige heisse Karnevalstreiben zu berichten.

Bis dahin empfehle ich der Menschheit nocheinmal ihre ca. 30 Jahre alten Spaceshuttels (ein paar sind ja noch ueber) zu oelen, sie nocheinmal durch den TUeV zu bringen, ein extra-Triebwerk dran zu schrauben damit das Shuttel auch ueber die niedrigen Umlaufbahnen hinaus kommt und einen Reservekanister fuer den Rueckflug mitzunehmen.

Posted by iscs at 18:34 | Comments (80) | TrackBack

26.02.05

Telefonkabel

Kuerzlich habe ich auf einer Party gelernt, dass Telefonkabel in der Stadt mit einen Gas unter Druck gesetzt werden.
Dies hat zwei Vorteile:
1) Bei einen Loch im Schutzmantel des Kabel stroemt das Gas dort heraus, sodass kein Wasser eindringen kann.
2) Bei einen Loch im Schutzmantel des Kabel merkt dieses anhand des Druckabfalls und kann das Loch lokalisieren.

Ich fand das interessant genug um es mal zu bloggen.

Nachtrag:
Folgender Kommentar (Danke "fh") ging auf den Blogeintrag ein, welcher unbedingt in den Artikel selber gehoert:
"Es gibt auch Telefonkabel, die statt Gas eine Öl-ähnliche weisse klebrige Masse haben - wenn es nun ein Loch im Mantel gibt, tritt ein Teil von diesem Zeug aus und verklebt es sofort wieder.
Allerdings ist es dann eine ziemliche Sauerei wenn man das Kabel am Ende abisolieren und auflegen darf.. :)"

Posted by iscs at 14:22 | Comments (96) | TrackBack

22.02.05

Dat Wasser vun Koelle is joot

Das Rheinland im allgemeinen ist ja eher eine Nord-Italienische Region als eine deutsche. Gegruendet wurde der Laden vor mehr als 2000 Jahren von den Roemern.

Das beeindruckenste Bauwerk der Region ist mit sicherheit die roemische Wasserleitung.
Die Eiffelwasserleitung (in der Region einfach "roemische Wasserleitung" genannt) war Teil eines gigantischen Fernwasserleitungsnetzes der Antike.

Die fruehe Grosstadt "Colonia Claudia Ara Agrippinensium" (heute Köln) war frisch gegruendet und die ersten Koelner trieben ihr Unwesen und vermehrten sich dabei rasch.
Schnell stellte sich das Wasserproblem.
In der Region existiert zwar viel Wasser, jedoch waren die Roemer sehr verwoehnt und bevorzugten kalkhaltiges Wasser.
Dies hat vorallen zwei Gruende.
1) Kalkhaltiges Wasser schmeckt vollmundiger
2) Kalkhaltiges Wasser liess die damals gebraeuchlichen Bleirohe im staetischen Netz von innen verkalken. Dieser Effekt ist heutzutage unerwuenscht, war damals jedoch fest eingeplant. Wussten doch die Roemer damals schon um die Gefahr fuer die Gesundheit durch Bleirohre. Das Wissen um die Gefahr von Blei ist waehrend der Voelkerwanderung und im Mittelalter verlorengegangen, und erst im 20 Jahrhundert wieder entdeckt worden. Daher haben selbst heute noch in betrieb befindliche Druckwasserleitungen in Altbauten Probleme durch Blei. Bei den Roemern liess man die Leitungen einfach von innen verkalken und erzeugte so eine Abschirmung des gefaehrlichen Bleis vor dem Trinkwasser.
Im Roemischen Wasserleitungsnetz muss man zwischen Fernleitungen und dem staedtischen Netz unterscheiden.

Das steadtische war ein weit verzweigtes unterirdisches Druckwasserleitungsnetz (aus dem eben erwaehnten Bleiroheren mit Kalkschutz). Das meiste Wasser stroemte einfach ununterbrochen in oeffentliche Brunnen. Die Brunnendichte war so dicht, dass jeder Stadtbewohner maximal 50m zu laufen hatte (Antike Bauvorschrift). Dazu gab es noch Anschluesse fuer Thermalbaeder und einige private Anschluesse.
Auch kleinere Wassertuerme zur Aufrechterhaltung des Wasserdrucks waren in Benutzung. Dazu kamen noch einige Pumpanlagen sofern die notwendige Energie aus einen Wasserfluss (=Wasserrad) gewonnen werden konnte.

Die Fernwasserleitungen waren drucklos. Das heisst, dass das Wasser durch gemauerte Rohre mit natuerlichen Gefaelle floss.
Die groesste roemische Fernwasserleitung ging von der Eifel ueber ca. 100km bis nach Colonia Claudia Ara Agrippinensium (=Koeln), mit einen Anbweig nach Bonna (heute Bonn) sowie mehreren kleineren Abzweigen in die landwirtschaftlich genutzen Vororte von Koeln zur Bewaesserung von Feldern.
Die "Roemische Wasserleitung" wird heute als Beweis fuer die ueberagenen Leistungen roemischer Baumeister gewertet.
Der technische Stand und das Wissen wurden nachdem, sie in den Wirren des Mittelalters verloren gingen, erst wieder um das Jahr 1850 erreicht.
Fuer die Vermessung des Landes wurden Wasserwagenaehnliche Aperaturen benutzt. Die Planung wurde dadurch verkompliziert, dass mitten durch die Trassenfuehrung eine Wasserscheide verleauft. (links der Grenze fliesst Wasser zur Maas ab, rechts der Grenze zum Rhein). Die geologische Eigenart der Region machte daher mehrere Umwege noetig und liess nur diese eine Trasse zu (andere Trassenfuehrungen waren auch nach modernen Vermessungen nicht moeglich).
Die Wasserleitung selbst verlaeuft ueberwiegend unterirdisch. Oberirdisch wurde die Trassee begleitet durch Inspektionswege fuer die technische Wartung, Einstiegspunkten in regelmaessigen Abstaenden (die Leitung war gross genug um sie von innen begehen zu koennen) und einen Schutzstreifen (durch Warnhinweise und Schilder kenntlich gemacht) in dem die landwirtschaftliche Nutzung in unmittelbarer Naehe verboten war (Gefahr durch Pfluegen fuer das Bauwerk und Jauche fuer die Wasserqualitaet). An verschiedenen Stellen verlief die Leitung ueber Bruecken (Aquaedukte), welche fuer sich genommen schon gewaltige Bauwerke darstellten.
Kurz vor Koeln verlief die Leitung oberirdisch in 10m Hoehe damit das Wasser mit natuerlichen Gefaelle in einen Wasserturm fliessen konnte.
Dort wurde das Wasser in das Druckleitungssystem der Stadt eingespeisst.

Ein grossses Problem stellte die Erdkruemmung waehrend des Baus da. Zwar war der Wissenschaft damals schon bekannt, dass die Erde eine Kugel ist - dies wurde jedoch in der Bauplanung nicht beruecksichtigt.
Die Probleme konnten jedoch geloesst werden.

In Betrieb war die Leitung vom Jahr 80 bis 260 befor sie durch Germanen zerstoert wurde.

Im Mittelalter wurde das Bauwerk als Baustoffquelle verwendet. Noch heute lassen sich in mittelalterlichen Stadtmauern aus roemische Steine aus der Wasserleitung nachweisen.
Sehr wertvoll waren die Wasserrueckstaende, welche sich ueber die Jahrzehnte in der Leitung ablegten. Dieses "Sinter" besass eine aehnliche Konsistenz wie Marmor und wurde fuer wertvolle Altarplatten, Grabplatten und aehnliches verwendet.

Posted by iscs at 19:44 | Comments (91) | TrackBack

18.02.05

Pseudophilosophie

Heute moechte ich mich ueber folgenden Satz aufregen:
"Und und selbst die Geschichte unsere Erde ist nur ein winziger Wimpernschlag in der Unendlichkeit des Universums"

Jeder kennt die Situation: Party ! Alle sind betrunken und der letzte Rest in der Kueche versucht Maedels mit Pseudophilosophie zu beeindrucken. "....Und und selbst unsere Erde ist nur ein winziger Wimpernschlag in der Unendlichkeit des Universums"
Noch schlimmer sind Menschen die solche Saetze nuechtern sagen, wenn sie zufaellig mal durch die Lichtverschmutzung hindurch einen Stern am Himmel sehen. Womoeglich um romantisch zu sein.

Furchtbar.

Und falsch !

Was soll dieser Satz denn bedeuten? Ist das etwa eine Entschuldigung, dass wir immer noch auf diesen mittlerweile voellig zerwohnten Planeten festhaengen und ausser Computer die uns sagen dass der Planet voellig zerwohnt ist keinen nennenswerten technischen Fortschritt mehr gemacht haben seitdem wir in den 70ern geglaubt haben dass spaetestsns im Jahr 2000 der Mond besiedelt ist und Autos fliegen koennen und uns stattdessen damit beschaeftigen irgendwelche Rechte an Nullen und Einsen zu verwalten?

Das Universum mag zwar gross und leer sein und wird durchkreutzt von Lichtgeschwindigkeits-langsamen Signalen -
- aber sooo alt ist es nicht !
Und unsere Existens ist garnicht so kurz darin:

- Das Universum ist 13,7 Milliarden Jahre alt.
- Unsere Sonne ist 4,6 Milliarden alt.
- Die Erde ist 4,55 Milliarden Jahre alt (fast so alt wie die Sonne)
- Das Leben auf der Erde ist ca. 4 Milliarden Jahre alt.
- 3.5 Milliarden Jahre alte Lebewesen koennen wir heute noch als Sediment in die Hand nehmen.
- Der Mensch ist 200.000 Jahre alt
- meine Oma wurde 85 Jahre
- Ein Wimpernschlag ist 0.1 Sekunden lang

Setzt man das Alter des Lebens mit dem Alter des Universums in Relation so ergibt sich:

4 Milliarden Jahre
----------------------- = 0,2919 ~=~ 0,3
13,7 Milliarden Jahre

Das Universum ist nur ein wenig mehr als 3 mal so alt wie das Leben auf der Erde.
Ich moechte nicht respecktlos gegenueber dem Alter des Universums erscheinen, aber das ist jedenfalls mehr als ein Wimpernschlag!


Selbst das Alter der Menschheit in Relation mit dem Alter des Universums:

200 000 Jahre
------------------------ = 0.0000146 = ein 14 Millionstel
13,7 Milliarden Jahre

...diese Zahl sieht bloed aus, also nehmen wir den Kehrwert:

13,7 Milliarden Jahre
------------------------ = 68 500
200 000 Jahre

Das Universum ist 68 500 mal so alt wie die Menschheitsgeschichte.
Und das soll nur ein Wimpernschlag im Alter des Universums sein?

Ein Wimpernschlag ist 100 ms = 0.1 Sekunden lang.
Meine Oma wurde 85 Jahre

85 Jahre (=2 682 396 000 Sekunden)
------------------------------------------ = 26 823 960 000
0.1 Sekunden

Meine Oma wurde also fast 27 Milliarden Wimpernschlaege alt.
Umgekehrt ist ein Wimpernschlag also ein 27 Milliardstel der Lebensgeschichte meiner Oma.
Die Lebensgeschichte der Menschheit ist jedoch ein 68.5 Tausenstel des Alter des Universums. Dazischen liegen einige Zehnerpotenzen.
Die Menschen sind also schon WESENTLICH laenger im Universum als ein Wimpernschlag im Leben meiner Oma.

Nun das Leben meiner Oma in Relation mit dem Universum:

13,7 Milliarden Jahre
------------------------ = 161 176 470
85 Jahre

Die Lebensspanne meiner Oma passt 161 Millionen mal in das Alter des Universums. Das ist immer noch wesentlich mehr als ein Wimpernschlag im Leben meiner Oma welches nur ein 27 Milliardstel ist.

Also - kommt mal runter - so alt ist das Universum nicht. Und Unendlich ist das Universum schon garnicht. Und bald ist es auch wieder kaputt.

Posted by iscs at 19:43 | Comments (239) | TrackBack

17.02.05

Zugbremsen und Bahnstrom

Mein letzter Blogeintrag "16 2/3 Hz" hat Verwirrung ausgeloesst. "Was haben die Bremsen der Zuege mit der Stromversorgung zu tun. Und die Zuege fuehren doch, also war doch Strom da".
Hier daher eine kurze Abhandlung ueber die Bremssysteme von Zuegen und das Bahnstromnetz.

Jeder Zug hat mindestens mindestens 2 Bremssysteme.

a) Das klassisch-hydrauliche Bremssystem.
Bremsbacken reiben gegen die Raeder und bremsen sie ab. Gesteuert wird das ganze ueber ein pleumatisches System. Ein Bremsschlauch laeuft von dem Steuerwagen bzw. der Lock durch den ganzen Zug (an den Wagen zusammengekoppelt).
Im Ruhezustand (wenn KEIN Druck auf dem Schlauch ist) sind die Bremsen angezogen. Wird Druck auf den Schlauch gegeben loesen sich die Bremsen und der Wagen kann rollen. Reisst der Schlauch, oder loesst sich ein Wagen, so wird der Druck im Schlauch abfallen und die Bremsen werden automatisch ausloesen.
Jeder kennt bestimmt das Prozederer wenn ein Wagen angekoppelt wird (das gab es damals als lokbepannte Zuege die Regel waren sehr haeufig wenn ein Zug ueberfuelt war):
Die Rangierlock faehr den zu koppelnen Wagen an das Zugende bis es rumst. Der "Koppelmeister" (ein eigenstaendiger Beruf) steigt zwischen die Wagen und oeffnet als erstes die Bremssysteme der Teilzuege. Daraufhin gibt es ein lautes Zischen und die Bremsen loessen aus. Nun werden die Wagen an sich zusammengekoppelt. Anschliessend wird die elektrische Verbindung hergestellt. Daraufhin wird das Bremsystem verbunden und der Wagendurchgang geoefnet.
Nun gibt der Koppelmeister ein Signal an den Lokfuehrer, der daraufhin den Druck im Bremsschlauch herstellt. Die Bremsen loesen sich. Nun laeuft der Koppelmeister an verschiedenen Achsen vorbei und beschaut sich ob die Bremsen sich auch wirklich loesen. Anschliessend gibt es ein Signal und die Bremsen werden wieder ausgeloesst (=> der Druck ein wenig abgelassen). Der Koppelmeister sieht sich wiederum die Achsen des gesammten Zuges an und prueft ob die Bremsen auch wirklich ausloessen. Erst daraufhin darf der Zug weiterfahren.
Erkennen kann man dieses Bremssystem am klassischen Zischen wenn die Bremsen angezogen werden sowie am schrecklich lauten quietschen wenn der Zug anhaelt. (Reiben der Reader an den Bremsbacken)

b) Notbremse
Darueber hinaus hat jeder Zug noch ein zweites Bremssystem welches ueber die Notbremse ausgeloesst wird. Je nach System sind das Wirbelstrombremsen ueber der Schiene oder Magneten die auf die Schiene fallen.

c) Aber bei heutigen Zuegen ist alles anders.
Bei Zugen die NICHT aus einzelnen Wagen und einer Lock bestehen (z.B. moderne S-Bahn-Wagen oder der ICE) kommen verschiedene Bremssysteme zum Einsatz. Schliesslich ist hier nicht auf Komatiblitaet mit alten Bremssystemen zu achten.
In der Regel wird eine Nutzbremse eingesetzt. Das heisst, dass die Motoren (bei modernen Zuegen ueber den geammten Zug verteilt) als Generator verwendet werden. Dadurch wird eine gewisse Bremswirkung erziehlt. Als Nebeneffeckt wird Strom gewonnen der in die Leitung zurueckgespeisst wird.
Jedoch haben auch moderne Zuege noch ein altes konventionelles Bremssystem als Backup an Board.
Erkennbar ist diese Art und Weise des Bremsen daran, dass waerend des Bremsvorgang mit der Nutzbremse ein Geraeusch ensteht, welches aehnlich dem Geraeusch des Anfahren ist. (In der Regel das Geraeusch enies asyncronen mehrphasigen Drehstrommotors mit elktronischer Ansteuerung ueber Hochleistungselektronik -> ein Saeuseln welches verschiedene Stufen hat, aehnlich wie bei einer Gangschaltung)
Ein asyncroner Drehstrommotor mit mehrpahsiger Ansteuerung ist ein Drehstrommotor (oft mit mehr als 3 Phasen) welcher durch einen mit Hochleistungselektronik (der Wort "Hochleistung" meint hierbei viel Leistung/Strom/Spannung und nicht viel Rechenleistung) individuell erzeugten Drehstrom gespeisst wird. Der Drehstrom wird in einer variablen Frequenz erzeugt (je nach Geschwindigkeit des Motors). Diese Technik ist erst moeglich seitdem Hochspannungstransistoren verfuegbar sind, welche den Strom schnell genug schalten koennen. Dies ist erst seit mitte der 90er der Fall. Erst seit Mitte der 90er ist es daher moeglich Wechselstrom/Drehstrom fuer hohe Leistung effizient aus Gleichstrom oder elektronischen Schaltungen zu erzeugen.

Die Nutzbremse stellt die Netzplaner jedoch vor eine schwierige Aufgabe. Wird ploetzlich Energie (beim Bremsen) erzeugt, so laeuft die Energie rueckwaertz durch die Anlagen, Einspeisungspunkte und Tranformatoren. Dies erfordert komplizierte Regelungen im Stromnetz.
Bei Wartungsarbeiten und Stoerungen gibt es daher manchmal ein Verbot Strom in das Netz zurueckzuspeisen. Dann vernichten die Zuege den Strom vor Ort in grossen Wiederstaenden falls solche vorhanden sind, oder bremsen wieder mit ihren alten hydraulischen Bremsen.


Das Bahnstromnetz ist sowieso eine interesannte Geschichte. Die Bahn hat ein voellig eigenes Stromnetz. Die Netzfrquenz ist 16 2/3 Hz (historisch). Anders als beim normalen Stromnetz (50 Hz).
Im Gegensatz zum oeffentlichen Stromnetz wird kein Drehstrom verwendet, sondern Einphasen-(=ganz normler)-Wechselstrom, da fuer Drehstrom mehrere Stromabnehmer vorhanden sein muessten, was bautechnisch schwierig ist.
Die Bahn verfuegt ausserdem ueber ein eigenes 110 000 Volt Hochspannungsnetz mit eigenen Hochspannungsleitungen (erkennbar daran, dass an Bahnstromhochpannungsleitungen die Anzahl der Kabel ein vielfaches von 2 ist, und kein vielfaches von 3, bedingt daduch das kein 3 phasiger Drehstrom verwendet wird). Das Hochspnnungsnetz ist symetisch geerdet, d.h. von jeden Kabel ist 1/2 der Spannung gegen Erde messbar, und es gibt 2 Draehte am Mast, bzw. ein vielfaches von 2.
Es gibt sogar eigene Kraftwerke welche ausschliesslich Bahnstrom produzieren. Der meiste Strom kommt aus einen Atomkraftwerksblock fuer Bahnstrom in Baden Wuertenberg.
Seit dem es Hochleistungstransistoren gibt, gibt es auch Einspeisepunkte welche Strom aus dem oeffentlichen Netz von 50Hz in Gleichspannung verwandeln und anschliessend in den 16 2/3 Hz Strom wechselrichten. Dies ist aber erst seit den 90ern moeglich. Vorher gab es nur vereinzelnte mechanische Umsetzer (Motor am oeffentlichen Netz gekoppelt mit einen Generator fuer 16 2/3 Hz), was jedoch sehr ineffizient ist.

Das Bahnstromnetz stellt die Techniker vor ganz besondere Probleme: Ein ICE oder Gueterzug verbraucht beim Anfahren locker die Strommenge einer ganzen Kleinstadt. Dies hat gewaltige Schwankungen im Stromverbrauch zur Folge, welches die Regelung sehr schwierig macht.

Zum Vergleich: Die Berliner Stromversorger haben schon Angst wenn ein Gewitter hochzieht und sich der Himmel ploetzlich verdunkelt und viele Leute gleichzeitig das Licht einschalten. Ein Kraftwerk kann man schliesslich nicht einfach einschalten. Das benoetigt tagelange Vorbereitungen. Daher wird versucht ueber Wettervorhersagen, Erfahrungen und so weiter den Stromverbrauch vorherzusagen. Wird dennoch mal mehr Strom benoetigt ist die einzige Moeglichkeit ein Gastubinenkraftwerk in Berlin-Mitte welches sich innerhalb einer Stunde starten laesst, jedoch sehr uneffizient und teuer ist.
Anderseits ist es auch gefaehrlich wenn ploetzlich zu viel Strom erzeugt wird. Irgendwo muss die Energie hin! Im schlimmsten Fall laufen die Generatoren mit zu wenig Widerstand ploetzlich zu schnell. Das waere eine Katastrophe und hatte in Nordamerika zu einen Stromausfall gefuehrt der erst nach 5 Tagen wieder behoben war (ist ein Kraftwerk ersteinmal notabgeschaltet dauert es Tage es wieder zu starten).
Bei der Bahn sind riesige Schwankungen normal. Keiner kann auf die Sekunde vorhersagen wann, wo welcher Zug anfahert. Das Stromnetz stabiel zu halten gleicht einen Balanceakt. Ein Wunder dass das ueberhaput funktioniert. Meine Bewunderung.


Posted by iscs at 21:25 | Comments (229) | TrackBack

16.02.05

16 2/3 Hz

Am Wochenende schien irgendetwas am Stromnetz der Deutschen Bahn im Raum Koeln-Bonn umgebaut worden zu sein.
Jedenfalls sind in saemtlichen Zuegen die ich benutzt habe die konventionellen Bremsen benutzt worden.
Vieleicht auch nur ein dummer Zufall.

Posted by iscs at 22:10 | Comments (76) | TrackBack

11.02.05

In stillen Gedaenken

Gestern Abend verstarb um 20:00 Uhr mein geliebter Ford-Fiesta.
In grosser Anteilnahme gedenken wir an grossartige WG-Fahrten.
Du hast uns nie im Stich gelassen.


Posted by iscs at 12:19 | Comments (91) | TrackBack

08.02.05

Karnevall: Und wer hats Erfunden? Die Berliner !

Manchmal hat man es schwer den Preussen zu erklaeren was eigentlich Karnevall ist.
Komisch.
Schliesslich sind sie nicht ganz unschuldig.

Es war einmal das Rheinland -
- und es feierte.

Die erste urkundliche Erwaehnung des Karnevalls liegt mehr als 650 Jahre zurueck, in einem organisatorischen Beschluss zur finanzierung des Karnevalls der Koelner Ratsherren. Man vermutet daher dass der Karnevall wesentlich aelter ist.

Irgendwann kamen die Franzosen, eroberten das Rheinland und verboten den Karnevall.
Das stoerte jedoch keinen Rheinlaender beim feiern. Und so ist heute noch ein "Kuendigungsschreiben" eines franzoesischen Stadthalters ueberliefert wo er frustriet nach Paris schreibt "man kann regieren wie man will,- die Koelner hoeren einfach nicht zu".

Es war einmal das Rheinland -
- und es feierte.

So ging dann die irgendwann, nachdem die vorher runierte und bettelarme Stadt wirtschaftlich durch die Franzosen wieder aufgebaut war, die Zeit der Franzoesischen Besatzung zu Ende.
Heute noch sind die Koelner stolz darauf einmal Franzosen gewesen zu sein.

Dann kamen 1815 die Preussen und loessten das Karnevallsverbot (welches eh niemanden interessiert hatte) wieder auf.

Es war einmal das Rheinland -
- und es feierte.

Jedoch nachdem sich die Preussen den Spass ein paar mal angeschaut hatten wurde es ihnen zu unheimlich (man vermutete politische Gruende fuer den Karnevall),- und sie verboten das Feiern wieder.
Aber...

Es war einmal das Rheinland -
- und es feierte.

Jedoch,- grade das Karnevallsverbot der Preussen politisierte den Karnevall. Die Situation eskalierte 1848 als die fast saemtliche Karnevallisten zur radikalen Opposition gegen Preussen gehoerten.
Irgendwann gaben die Preussen auf und versuchten den Karnevall in geordnete Bahnen zu lenken.
Der Rosenmontagszug wurde bei tageslicht eingefuehrt um das feiern besser kontrollieren zu koennen. Die Rheinlaender sagten "Danke, und ein dreifaches Preussen Alaaf" und feierten den Rosenmontagszug und anschliessend trotzdem den anarchistischen Strassenkarnevall.

Es war einmal das Rheinland -
- und es feierte.

Ein anderer versuch den Karnevall zu Kontrollieren war die Erfidung des Sitzungskarnevall. Die Rheinlaender sagten "Danke, und ein dreifaches Preussen Alaaf", schickten die alten Leute in den Sitzungskarnevall damit die auch etwas zu feiern hatten, und feierten weiter wie gewohnt.

Es war einmal das Rheinland -
- und es feierte.

Selbst heute hat das nicht stattfinden von Karnevall eine grosse Tradition.
Als wahrend des ersten Golfkrieges nicht genuegend Polizeikraefte verfuegbar waren (so jedenfalls Geruechte) wurde der Karnevall aus "Pietaetsgruenden" abgesagt.
Aber....

Es war einmal das Rheinland -
- und es feierte.

...der Geisterzug wurde erfunden, welcher alte, bereits im Mittelalter vorhandenen Traditionen (eher aus der Richtung der allemannischen Fastnacht), wieder aufleben liess. Dabei ziehen mehrere 100 000 Leute durch die Sadt und tanzen zu Samba-Rhytmen.
Aus "Versicherungstechnischen" Gruenden wurde der Geisterzug jedoch einen Tag vorher abgesagt.
Aber....

Es war einmal das Rheinland -
- und es feierte.

...und so findet der Geisterzug seit dem ersten Golfkrieg regelmaessig nicht statt.

P.S.: Jedenfalls erzaehlt man es sich so. Die Quellen sind teilweise wiederspruechlich.

Posted by iscs at 16:08 | Comments (81) | TrackBack

05.02.05

Kettenblogeintraege

1. Total amount of music files on your computer:
> 0.05 GB

2. The last CD you bought was:
Never bought one - dont have any.
(except: when i buyed a new keyboard recently i got an audio CD "for free". But i dont know what kind o music it was, and i dont have it anymore. Does that count?)

3. What is the song you last listened to before reading this message?
The stupid kind-of-Jazz-music-break between the radio-features of the info-channel WDR5

4. Write down 5 songs you often listen to or that mean a lot to you.
none

5. Who are you going to pass this stick to? (3 persons) and why?
/dev/null - because it wouldnt answere
Angelo - because he has lots of wired stuff
Jens - because its his fault that i have to fill out this form

Posted by iscs at 13:29 | Comments (49) | TrackBack

04.02.05

Wieverfoastelove

Aufgrund von 175 Jahre zurueckliegenden Ereignissen gab es gestern Kein Eintrag.
Weiberfastnacht wurde hier in Beuel erfunden.

Gestern vor 175 Jahren sassen die Waschweiber am Rheinufer in Beuel (die "Schäl-Sick" (=verrueckte Seite) von Bonn) und wuschen die Waesche.
(Hint: Das Wort "Klatschen" hat seinen Ursprung von dem Geraeusch was erzeugt wird wenn die Wasche ueber einen Stein trockengeschlagen wird, und bezeichnet heute mehr die Gespraeche die damals unter den Waschweiber ueblich waren)
Beim gemeinsamen Klatsch und Tratsch stellten sie fest, dass sie mit Ihrer Gesammtsituation unzufrieden waren. So taten sie das, was man in solchen Dingen tut und zettelten eine Revolution an.

In Beuel tut man dieses am besten in dem man das Rathaus (hier der "Neubau" aus den 70ern)
der Stadt (damals gehoerte Beuel noch nicht zu Bonn) besetzt.
Gesagt, gestuermt und die Maenner wurden entmachtet. Weiberfastnacht war geboren.
(Hint: der Brauch den Maennern an Weiberfastnacht die Krawatte abzuschneiden kommt erst aus der Zeit im Krieg als Frauen aufgrund von Maennermangel in Fabriken arbeiteten und auch dort wieder Revolutionen gegen ihre maennlichen Chefs anzettelten)

Heute wird in Beuel jedes Jahr zu Weiberfastnacht eine Waescherprinzessin gewaehlt und die Strassen mit Waescheleinen geschmueckt.

Punktlich jedes Jahr um 12:00 wird daher traditionell das Rathaus gestuermt. Dieser Brauch hat sich ueber das gesammte Rheinland verbreitet. In der Zeit wo Bonn Bundeshauptstadt war wurde sogar das Bundeskanzleramt jedes Jahr gestuermt. Gerne Erinnert man sich an die Zeiten zurueck wo der jeweilige Bundeskanzler (je nach Herkunft mehr oder weniger gluecklich dabei) vor der Presse schunkeln musste. In Berlin hat es bisher nur einen Versuch der Karnevalisten gegeben das Bundeskanzleramt zu stuermen-, dieser wurde jedoch vom BGS erfolgreich verteigt, und die Revolutionsweiber wurden verhaftet.

Hier in Beuel erfreut jedenfalls endet das Rathhausstuermen in einen kollektiven Stadtwahnsinn der leider hautpsaechlch Nachts stattfindet wo meine Handycamara nicht fotographieren kann.
Jedenfalls wuerde viel (Samba-)getanzt.
(Hint: Die rheinlaendische Tradition des Sambas, welcher wenig mit dem brasilianischen Schulzengesang zu tun hat ist seit dem ersten Golfkrieg in Koeln verankert worden. Damals wurde der Kanrevall aufgrund des Krieges abgesagt. Als Protest dagegen formierte sich der Geisterzug welches durch Samba-Rhytmen gebleitet wird. Darunter versteht man in Koeln das Trommeln unter freien Himmel begleitet durch eine Menschenmenge (100-500 Leute) die auf offener Strasse (bei Regen auch unter Bruecken) tanzen)

Beuel Alaaf

Posted by iscs at 17:32 | Comments (76) | TrackBack

02.02.05

Skandal

Skandal - Bonn ist karnevallsfreie Zone
Skandal - Bonn ist karnevallszone
Skandal - Computer funktionieren nicht
Skandal - Likueraprinzessin verballhornt

"Skandal", titelte heute der Express* in seiner Bonner Printausgabe auf der Titelseite (gut lesbar aus der Strassenbahn, wenn man nicht schnell genug fotographieren kann).
"Elternsprechtag am Weiberfastnacht! Ist Bonn jetzt karnevallsfreie Zone?".
Sicher nicht. Das Gegenteil beweisst das Bonner Amt fuer Bestattungswesen im Stadthaus, welches seine Trauergaeste ordentlich karnevallistisch emfaengt. (Das Foto stammt aus der Online-Ausgabe des Express* )

Wo wir grade bei Presseschau sind:
Martha bzw. Rudi unterstuetzt eine Kampanie der nordkoreanischen Regierung zur Haarpflege der Nation (Screenshot von Rudi)

Bleibt noch eine Meldung von mir selbst:
"Computer funktionieren nicht" ....
image_00029.jpg
...titele ich selbst und liefer auch das Beweisfoto, welches die Computermonitore in der T-Mobile-Kantine zeigt, welche die aktuelle Speisenauswahl anzeigen.

"Skandal - Ich komme nach Hause und..." sehe ein Machwerk meiner beiden Mitbewohnerinnen.
image_00029.jpg
Gut einsehbar von der Strasse. (Das Werk wurde fuer das Photo umgehaengt). Sollte am Ende doch ich der Karnevallsprinz der Likuera sein? Und nicht nicht meine Nachbarin die Prinzessin, welche ihrerseits ein amtliches Wappen unter ihren Kuchenfenster haengen hat, sowie permanent 2 Bereitschaftsfahrzeuge der Prinzengarde vor Ihrer Wohnung?
Auf jedenfall werde ich eine Kampanie zur Aberkennung der Buergerrechte fuer Frauen starten welche solcherlei Bastelkram erstellen.

*Fuer nicht Rheinlaender: Express ist die rheinlaendische Antwort auf Bild. Aehnlich wie die B.Z. in Berlin und die Morgenpost in Hamburg.

Posted by iscs at 18:15 | Comments (146) | TrackBack

01.02.05

AC/DC

Es gibt leute die wissen nicht was ich meine, wenn ich sage dass meine waschmaschine, spuehlmaschine und warmwassergeraet nicht EDV gemaess angeschlossen sind, da sie obwohl sie an einer steckdosenleiste angeschlossen sind alle an einer eigenen phase haengen und was der unterschied zwischen strom und spannung ist.

Nun habe ich ein Blog - nun sollten alle gluecklich sein.
Aber wenn man jemanden den kleinen Finger reicht, so wird man dann auch indirekt aber doch sehr bestimmt davon in Kenntniss gesetzt dass von einen erwartet wird taeglich einen Eintrag zu machen.
Unter Protest tue ich dieses,- und werde (da der tag bis auf ein wg-Kuchengespraech ueber Drehstrom) voellig ereignisslos war, etwas ueber den Unterschied zwischen Gleichstom,- Wechselstrom und Drehstrom schreiben, da ich immer wieder ueber Fragen verwundert bin warum der Herd mit 5 Leitungen angeschlossen wird.
Da dieses aber jeder wissen sollte der eine Lampe anschliesst, hier die Sendung mit der Maus fuer Elekrtizitaets-Legasteniker:

Am Anfang waren Tesla und Edison.
Beide beschaeftigen sich mit Strom.
Tesla mit Wechselstrom und Edison mit Gleichstrom.

Wir befinden uns um das jahr 1885 - 1890.
Grosse Erfindungen wurden gemacht und die Welt begann sich zu veraendern. Bisher gab es nur vereizelte Stadtstromnetze die mit Gleich- bzw. Wechselstrom in verschiedenen Spannungen arbeiteten. Noch war alles inkompatibel. Ein genormtes Stromnetz musste her.

Tesla (=Wechselstrom) und Edison (=Gleichstrom) stritten sich oeffentlich darueber welches der beiden Systeme nun besser fuehr ein grosses Netz geeignet waere.
Da Edison der bessere Geschaeftsmann war und Tesla nur ein armer Einwanderer, der zudem noch zeitweise in Edisons Firma arbeitete sah es zunaechst so aus als ob Edison diesen Streit gewinnen wuerde.
Doch - Tesla gab keine Ruhe und so enstand ein legendaerer Streit, der darin gipfelte, dass Edison die Gefaehrlichkeit des Wechselstroms der Oeffentlichkeit vorfuehrte in dem er einen Elefanten durch Wechselstrom auf einer Metalplatte braten liess.
Nach Protesten von Tieschuetzern wurden diese Versuche dann mit zum Tode verurteilten Gefangenen fortgesetzt (=> elekrischer Stuhl) was (aufgrund der unangenehmen Rauchentwicklung des nicht beim ersten Versuch gestorbenen Verurteilten) Tesla einen Rueckschlag in dem Streit verschaffte.
Ein paar Jahre spaeter waren jedoch alle wieder vernuenftig und fanden in weniger spektakulaeren Versuchen doch den Wechselstrom (genauergesagt: den 3-phasen Drehstrom) als das bessere System.

Bevor wir erklaeren was der Unterschied ist sollte zuerst jedem der Unterschied zwischen Strom und Spannung klar sein.
Da stellen wir uns ereinmal janz doom.
Stellen mir uns vuer mir ham ene wasserleitung un da fliesst wasser durch.
Nun kann man dort zwei dinge messen:
1) die wassermenge die durch das rohr fliesst
2) der druck der auf der leitung ist

Die wasserMENGE ist aequevalent zu dem Stom (gemessen in Ampere) in der Leitung.
Der wasserDRUCK ist aequivalent zu der Spannung (gemessen in Volt) in der Leitung.

Wenn das Wasser Kraft erzeugen soll, so kann man dies erreichen mit
- entweder VIEL Wasser (=viel ampere), welches mit wenig Druck fliesst (=wenig volt). (Beispiel: Wassermuehle)
- oder WENIG Wasser (=wenig amper), was jedoch mit viel Durck (=viel Volt) fliesst. (Beispiel: Wasserpistole)
Beide Systeme ergeben sie selbe Kraft (=die selbe Leistung)

Daraus ergibt sich:
Leistung = Strom * Spannung
oder in Einheiten:
Watt = Ampere * Volt
Das bedeutet:
12 V aus der Autobatterie mit 20 Ampere erzeugen genausoviel Kraft wie 240 V mit 1 Ampere.

Dummerweise hat Strom mit niedriger Spanung (=Volt) einen grossen Nachteil:
Man benoetigt sehr dicke Kabel um die Leistung zu transportieren. (Aehnlich wie der Zufluss zu einer Wassermuehle ein dickeres Rohr braucht wie das Rohr einer Wasserpistole).
Hohe Spannung moechte man aber nicht im Haus haben, da diese nuneinmal gefaehrlich ist.

Also muss man die Leistung mit hoher Spannung transportieren,- jedoch fuer den Hausgebrauch umwandeln in handliche 220V.

Und dies geht mit 1890er technik nuneinmal nur mit
TRANSFORMATOREN.

Transformatoren arbeiten nur mit Wechselstrom - und deshalb ist Wechselstrom so praktisch. (jedenfalls 1890 - ca. 1998)
Warum? dazu kommen wir spaeter!

Wechselstrom/Gleichstrom
Nun sollte auch derjenige Leser welcher glaubt den Unterschied zwischen Wechselstrom und Gleichstrom nicht zu kennen diesen erklaert bekommen.
Bei Gleichstrom fliesst der Strom wie in einer Wasserleitung immer in eine Richtung.
Beim Wechselstrom aendert der Strom staendig seine Richtung. Er "schuettelt" in der Leitung hin- und her.


Warum arbeiten Transformatoren nur mit Wechselstrom?

Da stellen mir uns einmal jaanz doom.
Jedesmal wenn Strom fliesst wird ein Magnetfeld um den Stromleiter herum aufgebaut.
Umgekehrt wird jedesmal, wenn jemand anders ein Magnetfeld in der naehe eines "leeren" Stromleiters aufbaut/abbaut, fuer einen kurzen Moment Strom in diesen Leiter fliessen.
Klingt wie Magie - nennt sich aber Induktion.
Induktion findet jedesmal dann statt wenn sich das Magnetfeld AENDERT.
(Hint: All unser Strom kommt in wirklichkeit nicht aus der Steckdose sondern wird in den Kraftwerken ueber Induktion erzeugt. (Ausnahme: Solaranlagen))

Angenommen ein Gleichstrom fliesst durch eine Leitung, so wird um den Leiter ein Magnetfeld aufgebaut,- und dieses bleibt solange konstant bis man den Strom wieder abschaltet.
Damit wir den Stromleiter nicht verwechseln geben wir ihm einen Namen und nennen ihn "Primaerstromkeis"
Angenommen neben dem Primaerstromkreis-leiter ist noch ein Stromleiter auf dem jedoch kein Strom fliesst. Diesen nennen wir "Sekondaerstromkreis"

Wenn nun der Primaerstromkreis eingeschaltet wird, so wird ein Magnetfeld um den Primaerstromkreis aufgebaut.
Dieses Magnetfeld erzeugt nun (im Augenblick des Aufbaus des Magnetfelds => Im Augenblick des Einschaltens) ein Strom im Sekondaerstromkreis nebenan (Induktion).
Wenn der Strom fliesst und das Magnetfeld vollstaendig aufgebaut ist passiert jedoch garnichts mehr im Sekondaerstromkreis. Es fliesst kein Strom mehr, da sich das Magnetfeld nicht mehr AENDERT.
Erst wenn der Primaerstromkreis ausgeschaltet wird faellt das Magnetfeld zusammen und AENDERT sich damit,- und so fliesst auch im Sekondaerstromkreis wieder kurz ein Strom)

Wir haben im Augenblick des Einschaltens und des Abschaltens Strom aus Strom erzeugt.

Bei Gleistrom funktioniert das nur beim Einschalten und Ausschalten -- aber beim Wechselstrom aendert der Strom immer seine Richtung.
Dadurch aendert sich das durch den Primaerstomkreis erzeugte Magnetfeld staendig und dadurch wird immer wieder neu Strom im Sekondaerstromkreis erzeugt.

Wenn man nun den Stromleiter zu einer Spule aufwickelt so kann man die Staerke des Magnetfeldes verstaerken,- bzw bei Induktion die Spannung (=Volt) des Erzeugten Stromes aendern.

Beispiel:
Primaerstromkreislauf laeuft durch eine Spule mit 100 Wicklungen und hat 150 Volt, waehrend der Sekondaerstomkreislauf durch eine Spule mit 200 Wicklungen laeuft. Der in der Sekondaerspule erzeugte Strom wird 300 Volt haben.
Also:
100 Wicklungen mit 150 Volt ergibt bei 200 Wiklungen auf der anderen Seite 300 Volt (Dreisatz)

So funktioniert ein Transformator.
Und das funktioniert nur bei Wechselstrom.


Nun gut. Ein Wechselstrom ist sinnvoll. Aber was ist Drehstrom?

Frueher hatte Strom vorallen 2 Aufgaben:
1) Gluehbirnen betreiben
2) Elektromotoren betreiben
Gluehbirnen ist es egal ob Gleichstrom oder Wechselstrom verwendet wird - sie funktionieren bei beiden.

Elektromotoren gibt es in verschiednen Varianten. Gleichstrommotoren, Wechselstrommotoren und Drehstrommotoren.
Drehstrommotoren sind am einfachsten zu bauen. Frueher waren fast alle Motoren Drehstrommotoren.

Drehstrom ist im Prinzip nichts anders als 3 Wechselstrome.
Der "Ruecklauf" (wie der Ruecklauf beim Wasser) wird von allen 3 Wechselstroemen gemeinsam benutzt.
Daher benoetigt man 4 Leitungen.
- Phase 1
- Phase 2
- Phase 3
- Mittelpunktleiter (=Ruecklauf)
Das Besondere ist, dass alle 3 Wechselstroeme zu unterschiedlichen Zeitpunkten ihre Reichtung aendern.
Im ersten Moment hat die erste Phase ihren Hoehepunkt, danach die zweite Phase, dann die dritte, dann wieder die erste Phase.

Schliesst man nun jeden der 3 Wechselstromkreise an jeweils eine Spule an, so erhaelt man 3 Magnetfelder die sich abwechseln auf- und abbauen.
Ornet man diese 3 Spulen im Kreis an so erhaelt man
- im ersten Moment ein Magnetfeld was "zur Spuele nr.1 zeigt"
- im zweiten Moment ein Magnetfeld was "zur Spuele nr.2 zeigt"
- im dritten Moment ein Magnetfeld was "zur Spuele nr.3 zeigt"
- im vierten Moment ein Magnetfeld was wieder "zur Spuele nr.1 zeigt"
usw.
Nun muss man nur noch etwas in die Mitte legen was durch Magnetissmus angezogen wird, und es wird anfangen sich zu drehen (da es immer zu einer anderen Spule gezogen wird).
Das ist alles sehr vereinfacht ausgedrueckt - aber es ist ist auch so einfach.
Fertig ist das Prinzip des einfachen Drehstrommotor der viel einfacher zu bauen ist als Wechselstrommotoren oder Gleichstrommotoren.

Und deshalb haben wir heute ein DREHSTROMNETZ !

Vielen Dank fuer Eure Aufmerksamkeit - und ich hoffe das der prozentuelle Anteil der Freunde die nicht wissen was ein Drehstrom ist nun etwas gesunken ist.

Posted by iscs at 21:48 | Comments (86) | TrackBack